Ausgezeichnet: Ehrenamtspreisträger 2021 der Versicherungskammer Stiftung im Bezirk Pfalz

Beispielhafte Projekte aus Neustadt a. d. Weinstraße und Bad Dürkheim mit jeweils 5.000 Euro prämiert.

Der Ehrenamtspreis der Versicherungskammer Stiftung möchte in diesem Jahr das besondere Engagement der Kommunen und Städte zusammen mit ihren regional sehr aktiven gemeinnützigen Organisationen anerkennen. Aus diesem Grund wurde die Preissumme auf insgesamt 80.000 Euro erhöht: Pro Regierungsbezirk in Bayern und in der Region Pfalz werden jeweils zwei Preisträger mit je 5.000 Euro ausgezeichnet. Die Auszeichnungen werden pandemiebedingt voraussichtlich im Sommer 2021 jeweils vor Ort verliehen.

Was macht meinen Wohnort so lebenswert?
Gesucht wurde unter dem Motto „Stadt − Land − Lebenswert“ nach Initiativen und Projekten in Bayern und der Pfalz, die durch das erfolgreiche Zusammenwirken von Ehrenamt und Kommune die Lebensqualität und -situation vor Ort stärken und verbessern. Dabei standen pro Regierungsbezirk in Bayern sowie in der Region Pfalz zwei Kategorien zur Auswahl („Wir gestalten vor Ort“ sowie „Wir starten digital durch“). Dr. Frank Walthes, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung, erklärte: „Insgesamt haben uns über 200 Bewerbungen bei der diesjährigen Ausschreibung erreicht, davon rund 18 aus der Pfalz. Der Jury fiel die schwere Aufgabe zu, zwei Gewinner auszuwählen: Sie erhalten nun jeweils 5.000 Euro zur weiteren Verwirklichung ihrer Ideen für ein lebenswertes Miteinander vor Ort.“

In der Kategorie „Wir gestalten vor Ort“ wurde das Projekt „Lichtblicke“ für sozial benachteiligte Menschen der Tagesbegegnungseinrichtung Lichtblick aus Neustadt an der Weinstraße als Sieger gewählt. Menschen mit geringem Einkommen und Wohnungslose aus Neustadt an der Weinstraße und Umgebung werden durch die Begegnungsstätte Lichtblick betreut und ein vielfältiges Dienstleistungsangebot für alle Belange ermöglicht. Träger der Einrichtung ist das Protestantische Dekanat Neustadt. Unterstützt wird das Projekt vom Förderbeirat Lichtblick, bestehend aus Vertretern vieler anderer Sozialer Akteure der Region, der Kreisverwaltung Bad Dürkheim,  der Stadt Neustadt an der Weinstraße sowie vielen ehrenamtlichen Bürger*innen der Gemeinde. Sie engagieren sich direkt in Einrichtungen des „Lichtblick“, helfen Menschen in besonderen Lebenslagen etwa in eigenen Läden, z.B. Rad-, Kleider-, Möbel- oder Hausratladen, bieten Sozial- und Rechtberatung an oder betreuen bedürftige Menschen in ihren Wohnungen. Außerdem dient der „Lichtblick“ als Postadresse für derzeit ca. 100 akut Wohnungslose. Es gibt ein Arbeits- und Beschäftigungsprojekt für Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sind. Die Einrichtung ist zusätzlich auch als Finanzverwalter für 30 Personen tätig. Der „Lichtblick“, mit all seinen angeschlossenen Einrichtungen und Angeboten, ist in der Region ein etabliertes Projekt, welches durch sein nachhaltiges, modellhaftes und in diesem Jahr 25 Jahre gewachsenes Netzwerk und seine Vielzahl an Hilfestellungen und Angeboten die Jury beeindruckte.

In der Kategorie „Wir starten digital durch“ konnte das Projekt „Digitalisierung der Sammlungen der Museumsgesellschaft Bad Dürkheim e.V.“ die Jury überzeugen: Durch die Digitalisierung der ortshistorischen Sammlung soll die Arbeit der Stadtmuseums unterstützt und Bürger*innen die Möglichkeit der Erforschung ihrer Wurzeln gegeben werden. Derzeit sind über 18.000 Objekte zur Stadtgeschichte digital inventarisiert, über 3800 sind in der Datenbank «Museum Digital» öffentlich sichtbar. Auch Bildungseinrichtungen können so das kulturelle Gut in den Unterricht integrieren und die wissenschaftliche Forschung die neu digitalisierten Objekte unkompliziert nutzen. Die weitere Umsetzung soll schrittweise erfolgen. Zunächst wurden ca. 1.600 Fotografie mit Personen- und Ortsdarstellungen für Häuser- und Ahnenforschung digitalisiert, im nächsten Schritt wurde für die wissenschaftliche Forschung eine der größten Sammlungen Römischer Münzen in Rheinland-Pfalz digital aufbereitet und dokumentiert sowie das Notgeld, das sich in der Sammlung befindet, erfasst. Abschließend soll dem Arbeitskreis Stadtgeschichte und allen anderen Interessierten eine Plattform als digitale Informations-Drehscheibe zur Verfügung gestellt werden. Alle Arbeiten werden ehrenamtlich durchgeführt. Lediglich die Münzen wurden von einem Archäologen bestimmt. Durch das von Ehrenamtlichen geleistete Engagement, lokales kulturhistorisches Gut zu digitalisieren und anhand der öffentlichen Darstellung im Internet der Allgemeinheit zugänglich zu machen, wird ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag geleistet und das von der Stadt Bad Dürkheim unterhaltene Stadtmuseum nachhaltig unterstützt.

Eine Übersicht über alle Siegerprojekte aus Bayern und der Pfalz, die im Rahmen des diesjährigen Ehrenamtspreises 2021 ausgezeichnet wurden, finden Sie hier.