Heike Raab: Digitales Ehrenamt entwickelt sich weiter

Rheinland-Pfalz fördert ehrenamtliches Engagement intensiv und belegt mit 1,7 Millionen Ehrenamtlichen bundesweit einen Spitzenplatz. Auch das Ehrenamt wird digital, Wikimedia ist ein Beispiel dafür.

Im März lud Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Digitalkongress ‚Ehrenamt 4.0‘ nach Mainz ein, um darüber zu diskutieren, auf welch vielfältige Weise das Ehrenamt von Digitalisierung profitiert. „Onlineportale macht es für Ehrenamtliche viel einfacher, sich zu beteiligen“, sagte die Bevollmächtigte des Landes für Medien und Digitales, Staatssekretärin Heike Raab, die im Rahmen ihrer Sommer-Termine Wikimedia Deutschland in Berlin besuchte. Sie informierte sich darüber, wie sich Ehrenamtliche bei Wikimedia die Digitalisierung zunutze machen und gleichzeitig zu deren Entwicklung beitragen.

Heike Raab weiter: „Die Wertschätzung und Förderung des digitalen Ehrenamtes ist für uns selbstverständlich, denn Ehrenamt und Digitalisierung befördern sich wechselseitig. Digitales Engagement leistet Großartiges für unsere Gesellschaft und das gemeinnützig. Deshalb ist mir der heutige Informationsaustausch mit Wikimedia besonders wichtig, denn die Plattform Wikipedia bietet nur Inhalte an, die von digital Engagierten erstellt worden sind. Allein für den deutschsprachigen Raum sind das mehr als zwei Millionen Artikel, die durch Schwarmintelligenz ständig verbessert werden.“

„Rheinland-Pfalz ist das Land des Ehrenamts, deshalb ist das digitale Ehrenamt auch ein wichtiger Baustein der Digitalstrategie unserer Landesregierung.“, hob die Staatssekretärin hervor. Auf www.digital.rlp.de ist eine Online-Beteiligungsplattform eingerichtet, auf der sich jeder mit Kommentaren und Anregungen zur Digitalstrategie einbringen kann.

Mit dem Geschäftsführenden Vorstand des Vereins Abraham Taherivand diskutierte Heike Raab über die Vor- und Nachteile der Open-Source-Organisation von Wikimedia. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie Inhalte zuverlässig auf Korrektheit geprüft werden können. Ein weiteres Thema war der Urheberschutz verlinkter Dateien. Taherivand stellte Arbeit und Struktur von Wikimedia Deutschland sowie der weltweiten Wikimedia-Bewegung vor. Wikipedia ist eine der zehn beliebtesten Websites der Welt und setzt sich für politische und rechtliche Rahmenbedingungen ein, durch die Wissen frei geteilt und genutzt werden kann. Wikimedia Deutschland fördert diese Arbeit vor allem bei Wikipedia, Wikimedia Commons, Wikidata, aber auch bei kleineren Projekten.

Weltweit unterstützen über 40 unabhängige Länderorganisationen Wikimedia-Projekte vor Ort. Wikimedia Deutschland ist die älteste und größte Länderorganisation, wurde 2004 als gemeinnütziger Verein gegründet und hat heute rund 50.000 Mitglieder. Wikimedia fördert Infrastruktur, Treffen oder Workshops und vergibt Stipendien. Die Arbeit von Wikimedia Deutschland wird durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert. Die Einnahmen hierdurch lagen 2016 bei 5,2 Mio. €.